Das alte Rezept

Stimmt: Der Rosengarten in der Stadt Zürich ist eine Katastrophe. Seit Jahrzehnten wälzt sich ein nicht endender Wurm aus Autos und Lastwagen durch diese Strasse, erzeugt Lärm und Gestank und trennt ein Quartier in zwei Hälften. In den Siebzigerjahren wurde der Fehlentscheid getroffen, den Verkehr mitten durch die Stadt Zürich zu leiten. An dieser Fehlplanung leidet die Stadt noch heute. Aber:
Kann es denn die Lösung sein, den Verkehr auf einer kurzen Strecke von etwas mehr als einem Kilometer einfach unter den Boden zu legen? Prognosen sagen, dass die Lärmbelastung zwar an der untertunnelten Strecke abnehmen, aber immer noch die Grenzwerte überschreiten wird. Ganz ähnlich soll es in Bezug auf die Luftverschmutzung aussehen. Und: Der Kanton soll ja versprochen haben, dass die Anzahl der Autos nicht über 56‘000 steigen wird, aber dieses Versprechen steht auf wackeligen Beinen. Dieser Tunnel steht verquer in unserer Zeit, in der immer mehr Leute sich bewusst werden, dass unsere Städte für Menschen, nicht für Autos geplant werden müssen und dass die aktuelle Autolawine unsere Zukunft bedroht. Und nun soll die Lösung also sein, nach dem alten Rezept dort, wo zu viele Autos sind, einfach mehr Strassen zu bauen? Ein kümmerliches Konzept für die gewaltige Summe von 1,1 Milliarden Franken! Wäre es nicht gescheiter, dieses Geld jetzt endlich einmal für zukunftsfähige Lösungen einzusetzen?

Leserbrief von Jürg Keller, Oerlingen

Leserbrief Rosengartentunnel ; Abstimmung 9. Februar 2020

Der Rosengartentunnel in Zürich ist ein Plan, der nicht das bringt, was er verspricht. 1100 Millionen Schweizer Franken für einen 700 Meter langen Autobahntunnel! Landenteignungen und Häuserabbruch verstärken die negative Beurteilung. Und wie seinerzeit bei der Limmattalbahn, steht ein grosser Teil der betroffenen Wipkinger Bevölkerung beim Rosengartentunnel gar nicht hinter dem Projekt. Es gab andere und vor allem günstigere Verkehrsberuhigungs-Pläne, die man hätte umsetzen können. Aber die Massnahmen zur Kapazitätsbegrenzung, wie sie von Links-Grün beantragt wurden, waren seinerzeit Im Kantonsrat gescheitert. Mehr Autos kann das Zürcher Stadtzentrum gar nicht verkraften. Es braucht ein gescheiteres Projekt als ein Tunnel am Rosengarten. Ich stimme am 9.Februar 2020 NEIN.

Peter Kissling, Co-Präsident SP Weinland