SP-Forumsartikel für die Ausgabe der Andelfinger Zeitung vom 20.02.26
Die olympischen Spiele sind schon bald wieder Geschichte. Der Kampf um Medaillen und Diplome erfordert von uns Zuschauenden enorme Aufmerksamkeit. Den Überblick zu behalten ist mitunter anspruchsvoll. Die Sportarten sind vielfältig, und es ist für alle eine Spielart dabei, welcher man zugeneigt ist. Die Schweizer Athletinnen und Athleten sind auf Kurs, gewinnen Gold, Silber und Bronze, und auch sonst sind die Verhältnisse in der Schweizer Delegation positiv zu bewerten. Mit geeinten Kräften und viel Motivation sind sie vor Ort und geben ihr Bestes. Dabei sein ist alles für sie.
Übertragen auf das Alltagsleben in unserem Bezirk, sehe ich durchaus Parallelen. Hier sind auch ganz viele Menschen aktiv und geben ihr Bestes für sich selbst, ihr Team und ebenso für andere. Die verschiedensten Vereine ermöglichen ihren Mitgliedern, ihren Hobbys und Interessen nachzugehen. Ohne deshalb Einschränkungen oder Nachteile erfahren zu müssen. Sie dürfen sogar, im Gegensatz zu den Sportlerinnen und Sportlern, ihre Kleidung frei wählen, während bei Olympia strikte Werbeverbote gelten. Wenn ich in der Andelfinger Zeitung lese, dass der zweitletzte Männerchor des Weinlandes sich auflöse, erfüllt mich das mit Bedauern. Hingegen ist in derselben Ausgabe der Zeitung ein Bericht von einer Stabsübergabe in einer Musikgesellschaft zu lesen. Dort geht es weiter. Ein neuer «Athlet» übernimmt die Spitze und bringt neue Impulse ein. Dieses Beispiel von Veränderung und Ablösung ist eines von vielen, welches sich regelmässig wiederholt, im Weinland und anderswo in der Schweiz.
Auch bei den olympischen Spielen gab und gibt es immer wieder Neuerungen. So war das Skiballett nur einmal Teil der Spiele (1992). Hingegen kam in Nagano 1998 das Snowboarden hinzu und ist seither nicht mehr wegzudenken (in Erinnerung auch hier die erste Goldmedaille eines Schweizers in der Halfpipe). Andere Sportarten wie der Eiskunstlauf sind seit Beginn der Winterspiele im Programm. Zu ihrer Zeit brillierte Denise Biellmann mit einem Programm, welches bei heutigen Massstäben vermutlich keine vordere Platzierung eingebracht hätte.
So erleben wir neben dem Beständigen stetige Veränderungen. Diese sind meist dem Zeitgeist geschuldet, auch Traditionen sind einem Wandel ausgesetzt. Wir entwickeln unsere Lebensrealität ständig weiter, sind Teil des Ganzen und mehr als nur dabei.
Holger Gurtner, SP Weinland

